Mit KI in eine kohlenstoffarme Zukunft: Wie OMV Datenschätze hebt

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17. Juni 2026

3 Min

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Erneuerbare Energien sind zweifellos die Zukunft. Doch während der Umstellung bleibt Gas als Übergangslösung unverzichtbar. Ein neues KI-basiertes Tool hilft uns, diese Rohstoffreserven möglichst effizient zu fördern.

Schätzungen zufolge sind etwas mehr als die Hälfte der Vorkommen auf dem norwegischen Festlandsockel sowie viele andere globale Reserven noch unerschlossen.
 
Weltweit sind erneuerbare Energien auf dem Vormarsch. Gleichzeitig befinden wir uns noch mitten in der Übergangsphase. Während sich viele Länder von der Kohle verabschieden, sind Öl und Gas für die Versorgungssicherheit nach wie vor von großer Bedeutung.
 
Entscheidend ist, wie die verbleibenden Reserven genutzt werden. Zunächst müssen Wissenschaftler:innen die Vorkommen lokalisieren, um beurteilen zu können, ob sich diese technisch und wirtschaftlich fördern lassen.
 
Für die Geowissenschaftler:innen ist die Bewertung der verbleibenden Lagerstätten in Norwegen jedoch eine enorme Herausforderung: Mehr als 2,5 Millionen Seiten geologischer und seismischer Berichte, die von öffentlichen Stellen und OMV erstellt wurden, warten auf ihre Auswertung.
 
Diese Arbeit ist sehr zeitaufwändig – und gleichzeitig läuft uns angesichts des Klimawandels die Zeit davon.
 
Um schneller voranzukommen, müssen wir unseren Geowissenschaftler:innen die Last der Datenauswertung abnehmen, damit sie sich auf das große Ganze konzentrieren können.
 
Genau hierfür wurde der Norwegian AI Companion (NAIC) entwickelt.
 
„Es geht darum, Daten schneller auszuwerten und die Ergebnisse in einem Format zu liefern, das sich sofort nutzen lässt“, sagt Francis Chevalier, Head of Exploration bei OMV.

Exploration im Wandel

KI ist für uns kein Experiment mehr, sondern fester Bestandteil unserer Abläufe. Sie verändert grundlegend, wie wir arbeiten, Aufgaben lösen und Probleme angehen.

NAIC kann Daten in Taten übersetzen und hat das Potenzial, die Exploration zu revolutionieren. Das Tool basiert auf generativer KI, die Muster in vorhandenen Datensätzen erkennt und daraus neue Erkenntnisse ableitet. NAIC analysiert umfangreiche Datenbestände, um Informationen über Tiefe, Struktur und Eignung unterirdischer Lagerstätten zu gewinnen.

Es liefert technische Informationen, kompakte Zusammenfassungen und komplexe Datenanalysen, stellt etablierte Vorgehensweisen infrage und zeigt auf, wo und wie Bohrungen sinnvoll sein könnten – und das in einem Bruchteil der Zeit, die unsere Expert:innen dafür benötigen würden.

Kurz: NAIC ist ein echter Gamechanger.

Überraschende Zusammenhänge aufdecken

Auf dem jüngsten Treffen des Weltwirtschaftsforums in Davos wurden die Auswirkungen eines breit angelegten KI-Einsatzes intensiv diskutiert.

Cisco-Präsident Jeetu Patel war einer von vielen, die auf die enorme Zeitersparnis hinwiesen. Aufgaben, für die Menschen einst Tausende Stunden benötigten und die deshalb oft gar nicht in Angriff genommen wurden, kann ein KI-Tool heute in wenigen Minuten erledigen.

Im Energiesektor hat KI den Zeitaufwand für die Datenerfassung erheblich reduziert. Geowissenschaftler:innen können sich nun stärker auf die Interpretation der Ergebnisse, neue Ideen und die Bewertung von Machbarkeit und Nachhaltigkeit konzentrieren.

Gleichzeitig entdecken KI-Systeme Muster und Zusammenhänge, die für Menschen kaum erkennbar sind – und beschleunigen damit die Umsetzung von Projekten.

„KI macht Zusammenhänge sichtbar, die das menschliche Gehirn nicht erkennt“, sagt Chevalier.

KI als Partner

In den Medien wurde zuletzt viel über mögliche negative Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt diskutiert. In Davos wurde jedoch vor allem betont, welches Potenzial entsteht, wenn KI menschliche Arbeit ergänzt statt ersetzt.

Laut Rob Thomas, Chief Commercial Officer bei IBM, sind die meisten KI-Systeme inzwischen ausgereift genug, um Aufgaben und Geschäftsprozesse zu automatisieren. Ron Goldstein, Chief Operating Officer bei BlackRock erwartet zudem, dass Unternehmen KI vor allem einsetzen werden, um ihr Geschäft auszuweiten – und nicht, um Arbeitsplätze abzubauen.

Chevalier teilt diese Einschätzung. „Wir nutzen KI als Werkzeug für Menschen, nicht als Ersatz für sie. Erfahrene Mitarbeitende sind nach wie vor entscheidend, um KI-Ergebnisse zu bewerten, ihre Auswirkungen zu verstehen und in konkrete Projekte zu übersetzen.“

„Es geht uns dabei nicht um Kosteneinsparungen, sondern um wissenschaftlichen Fortschritt.“

KI als Katalysator für die Dekarbonisierung

NAIC unterstützt auch die Dekarbonisierungsziele von OMV und seinen Partnern.

Unser Ziel ist es, bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften. Im Rahmen dieser Strategie bauen wir den Erdgasanteil in unserem Portfolio aus und entwickeln gleichzeitig Produkte und Lösungen für eine kohlenstoffarme Zukunft.

NAIC liefert Analysen und Erkenntnisse, die uns helfen zu bewerten, welche ausgeförderten Felder sich für Carbon Capture and Storage (CSS) eignen. Mit entsprechenden Projekten wollen wir sowohl die Emissionen unserer eigenen Geschäftstätigkeit als auch die von Dritten ausgleichen.

Zudem kann NAIC geothermische Lagerstätten mit hohem Potenzial identifizieren und so zu unserem Ziel beitragen, bis 2030 eine Terawattstunde (TWh) Geothermieenergie bereitzustellen.

„Wir haben ein System entwickelt, das die Energiewende auf vielfältige Weise unterstützt“, sagt Chevalier.

Der Übergang zu einer sauberen und nachhaltigen Energiezukunft bei gleichzeitig sicherer Energieversorgung ist eine große Herausforderung. Er erfordert technisches Know-how, lokale Expertise, entschlossenes Handeln und starke Teams. KI unterstützt unsere Fachkräfte dabei, die Energieversorgung von Menschen und Gemeinden zu sichern – und ebnet gleichzeitig den Weg in eine nachhaltige Energiezukunft.

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