Europa steht vor der Herausforderung, ehrgeizige Klimaziele mit einer sicheren Energieversorgung in Einklang zu bringen. Erdgas ist das strategische Rückgrat, das dafür sorgt, dass in Europa die Lichter anbleiben und die Energiewende auf Kurs bleibt.
Das europäische Energiesystem verändert sich derzeit rasend schnell. So ist der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung in der EU 2025 auf 47 Prozent gestiegen, während sich die Technologien für ein klimafreundliches Stromnetz rasch weiterentwickeln.
Die vergangenen Jahre haben jedoch auch deutlich gemacht: Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sie mit Versorgungssicherheit, Stabilität und langfristiger Resilienz einhergeht.
Die jüngsten geopolitischen Verwerfungen, zunehmend volatile globale Energiemärkte und extreme Wetterereignisse haben gezeigt, wie Abhängigkeit Europa von einzelnen Energiequellen ist – mit spürbaren Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft.
Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der CERAWeek 2026 in Houston. Dort diskutierte Berislav Gašo, OMV Executive Vice President Energy, gemeinsam mit internationalen Branchenkolleg:innen über die Bedeutung von Erdgas im europäischen Stromsystem.
Erdgas spielt in der OMV Strategie 2030 eine Schlüsselrolle. Es ist Teil eines breit gefächerten Energiemixes, den Europa benötigt, um Risiken abzufedern und eine sichere, leistbare Energieversorgung für alle Bürger:innen zu gewährleisten.
Gas als strategischer Stabilitätsfaktor
Erdgas bietet die notwendige Flexibilität, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen und das Energiesystem auch in Zeiten hoher Belastung stabil zu halten.
In Europa spielt Flexibilität beim Umstieg auf erneuerbare Energien eine immer wichtigere Rolle. Laut einer Studie des Centre for Regulation in Europe (CERRE) werden sich die Flexibilitätsanforderungen an europäische Energiesysteme bis 2030 voraussichtlich verdoppeln und bis 2050 verdreifachen. Als treibende Faktoren werden zunächst der weitere Ausbau erneuerbarer Energien und auf längere Sicht die zunehmende Elektrifizierung von Wirtschaft und Gesellschaft genannt.
Erdgas kann kurzfristige Schwankungen in der Stromversorgung ausgleichen und somit die Stabilität und Anpassungsfähigkeit der Energiesysteme stärken. Gleichzeitig wird die Versorgungssicherheit in Europa durch Abhängigkeiten von einigen wenigen Lieferanten untergraben. Die Kriege in der Ukraine und im Mittleren Osten haben die Risiken solcher Abhängigkeiten deutlich vor Augen geführt.
Europa braucht eine diversifizierte und verlässliche Gasversorgung, um externe Schocks abzufedern und die Strommärkte zu stabilisieren. Eine solche Versorgung schützt Haushalte und Industrie vor Engpässen und macht die europäische Wirtschaft nachhaltig wettbewerbsfähiger und resilienter.
Energiesysteme sind jedoch nur dann langfristig widerstandsfähig, wenn sie souverän gesteuert, breit diversifiziert und zuverlässig betrieben werden. Gassouveränität bedeutet, auf eine nachhaltig diversifizierte und verlässliche Versorgung zurückgreifen zu können – ein zentraler Faktor für Europas Energiesicherheit.
Dabei lässt sich Resilienz nicht durch einzelne Maßnahmen und neue Abhängigkeiten erreichen. Entscheidend ist ein ausgewogener Ansatz, der verschiedene Bezugsquellen, Transportwege und Partnerschaften miteinander verbindet.
Investitionen in Diversifizierung und zukunftsfähige Infrastruktur
Langfristige Energiesicherheit braucht nicht nur eine breite Versorgungsbasis, sondern auch eine belastbare, anpassungsfähige Infrastruktur. Deshalb investiert OMV entlang der gesamten Gas-Wertschöpfungskette – von heimischer und regionaler Förderung über LNG-Partnerschaften bis hin zu Speicherung, Handel und Transport.
Projekte wie Neptun Deep im rumänischen Schwarzen Meer und Wittau in Österreich zeigen die strategische Bedeutung regionaler Gasproduktion. Gas dort zu fördern, wo es benötigt wird, stärkt die Versorgungssicherheit und macht Staaten, Wirtschaft und Verbraucher:innen weniger anfällig gegenüber globalen Marktverwerfungen und geopolitischen Risiken. Dieser Ansatz entspricht auch den Zielen der europäischen Energiestrategie.
Zugleich bietet Europas bestehende Gasinfrastruktur eine belastbare Grundlage für das Energiesystem der Zukunft. Viele Pipelines und Netzwerke können künftig auch Biomethan, Wasserstoff und andere nachhaltige Moleküle transportieren. Dadurch lässt sich das Energiesystem schrittweise klimafreundlicher gestalten, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.
Eine pragmatische Energiewende
Europas Energiewende muss sich in der Praxis bewähren. Haushalte, Industrie und Volkswirtschaften benötigen auch in geopolitisch angespannten Zeiten Zugang zu leistbarer Energie.
Versorgungssicherheit und Klimaziele sind deshalb untrennbar miteinander verbunden. Nur ein stabiles Energiesystem schafft die Grundlage für Investitionen, Innovationen und nachhaltige Emissionsreduktionen.
Daran orientiert sich die Strategie von OMV: Wir diversifizieren heute unsere Energieversorgung und investieren gleichzeitig in eine zukunftsfähige Infrastruktur, um eine resiliente und wertschöpfende Energiewende in Europa zu unterstützen.
