Der OMV AI Hub bringt spezialisierte KI-Tools in alle Bereiche des Unternehmens – von der Bohrinsel bis zur Rechtsabteilung. Gleichzeitig befähigen wir unsere Mitarbeitenden durch gezielte Schulungen, diese Tools optimal zu nutzen. So wird der AI Hub zum Motor des Wandels.
Die Energiewende wird oft als globales Phänomen beschrieben. Tatsächlich hängt ihr Erfolg jedoch vom Engagement Millionen Einzelner ab – von erfahrenen Fachkräften, die neue Technologien einsetzen und bestehende Lösungen kontinuierlich weiterentwickeln.
Künstliche Intelligenz (KI) verstärkt ihre Leistungen erheblich.
Bei OMV verstehen wir KI als zusätzliche Intelligenzebene, die Mitarbeitende, Daten und Entscheidungsprozesse miteinander vernetzt, um Abläufe sicherer und effizienter zu gestalten.
Wie viele große Unternehmen stehen auch wir vor der Herausforderung, KI nicht nur in einzelnen Pilotprojekten zu testen, sondern sie systematisch im gesamten Unternehmen zu verankern. Mit mehr als 18.000 Mitarbeitenden in unterschiedlichsten Funktionen – von Geolog:innen und Bohrmeister:innen bis hin zu Datenanalyst:innen und Jurist:innen – variieren Anforderungen und digitale Reifegrade stark. Jede Rolle benötigt passgenaue Anwendungen und Zugänge.
Vor diesem Hintergrund haben wir 2025 den AI Hub ins Leben gerufen: eine sichere, unternehmensweite Plattform, die allen Mitarbeitenden den Zugang zu KI ermöglicht, ihre Kompetenzen stärkt und spezialisierte Tools bereitstellt, um Aufgaben besser zu bewältigen.
Sichere Grundlagen
„Die erste Frage, die wir uns stellten, lautete: ,Wie garantieren wir die Sicherheit der Plattform?‘“, erklärt Lexander Brouwer, der das Data, AI & Transformation Team von OMV und damit auch das EmpowerAI-Programm leitet. „Unsere Kolleg:innen müssen sich darauf verlassen können, dass vertrauliche Dokumente nicht nach draußen in die Hände Unbefugter gelangen.“
Die für den AI Hub entwickelten Tools basieren auf OpenAI-Modellen, laufen jedoch in einer geschlossenen und geschützten OMV Umgebung, die keine Datenabflüsse zulässt.
Von der Innovation zur Umsetzung
Auf dieser sicheren Grundlage begann das EmpowerAI-Team mit der Entwicklung generativer KI-Tools für die Mitarbeitenden, angefangen mit dem Allzweck-Assistenten OMVicky. Das Tool kann große Dokumente und Datensätze analysieren und – wie alle typischen großen Sprachmodelle (LLMs) – Texte überarbeiten sowie Inhalte und Ideen generieren.
Das Team hat OMVicky von Anfang an so entwickelt, dass es sich im großen Maßstab einsetzen lässt: Statt isolierter Pilotprojekte identifizierte das Team wiederkehrende Anforderungen über verschiedene Anwendungsfälle hinweg und entwickelte ein modulares, unternehmensweites System. Auf dieser Basis konnten in kurzer Zeit mehrere spezialisierte Tools bereitgestellt werden, darunter:
- Ein Übersetzungsassistent für die Kommunikation zwischen unseren internationalen Teams
- Ein Rechtsassistent, trainiert mit 2 Terabyte historischer Fälle
- Ein Richtlinienassistent für die schnelle Recherche von rund 1.500 regulatorischen Vorgaben
- Ein Content-Assistent zum Verfassen von Texten im OMV Tone of Voice
„Wenn man sich durch 20 komplexe technische Dokumente arbeitet, lässt Aufmerksamkeit und Konsistenz irgendwann nach“, merkt Brouwer an. „Das System arbeitet die Dokumente in Sekunden durch und schafft so mehr Raum für kritisches Denken und Kreativität.“
Der AI Hub entfaltet dabei auf vielfältige Weise Wirkung: Er hilft unseren Mitarbeitenden, Projekte schneller und sicherer umzusetzen und gleichzeitig die Qualität ihrer Arbeit zu steigern.
Mitarbeitende aktiv einbinden
Die Entwicklung leistungsstarker KI-Tools ist nur ein Teil der Lösung. Damit KI ihr volles Potenzial im Unternehmen entfalten kann, braucht es Vertrauen und die Fähigkeit, sie gezielt einzusetzen. Deshalb hat das EmpowerAI-Team Informationsveranstaltungen organisiert, um Mitarbeitenden den effektiven Einsatz des AI Hubs näherzubringen und offene Fragen zu klären.
Die Nutzung des AI Hubs ist in kurzer Zeit deutlich gestiegen: von rund 500 monatlichen Nutzer:innen im März 2025 mit etwa 50.000 Anfragen auf 2.500 Mitarbeitende und 250.000 Anfragen im Dezember 2025. Unser Ziel ist es, bis zu 90 Prozent der OMV Angestellten Zugang zu KI-Assistenten zu ermöglichen und auch Mitarbeitende im operativen Bereich mit mobilen Geräten auszustatten, die den Zugriff darauf erlauben.
Mitarbeitende mit KI befähigen
Diese Initiativen spiegeln unsere klare Haltung im Umgang mit KI wider: Technologie soll Menschen in ihrem Arbeitsalltag unterstützen, repetitive Aufgaben reduzieren und ihnen mehr Raum für wertschöpfende Tätigkeiten geben.
„Für uns geht es bei KI darum, unsere Kolleg:innen zu befähigen“, sagt Brouwer. „Wir möchten den Aufwand für wiederkehrende Analysen, Informationsrecherchen und manuelle Vorbereitungsarbeiten verringern, damit die Menschen mehr Zeit für kritisches Denken, Kreativität und die aktive Gestaltung unserer Transformation haben.“
Letztlich geht es darum, Effizienzgewinne und technische Innovationen konsequent zu nutzen, um klimaneutral wirtschaften zu können. Dafür müssen Unternehmen nicht nur in KI-Technologien investieren, sondern auch in die Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden. Nur so lassen sich Teams gezielt auf die Herausforderungen einer umfassenden, globalen Energiewende vorbereiten.
