Der größte Gasfund in Österreich seit 40 Jahren geht in Produktion - und das Team hinter diesem Erfolg

Two workers wearing safety equipment inspect operations at an industrial gas processing facility with pipelines and processing infrastructure in the background.

20. Aug. 2026

4 Min

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Erdgas

Nur 12 Monate lagen zwischen endgültiger Investitionsentscheidung und Förderstart: Das Gasprojekt im österreichischen Wittau markiert einen wichtigen Meilenstein für die heimische Energieversorgung. Projektmanager Wolfgang Hirsch erzählt, wie sein Team diese Herausforderung meisterte, und welche Bedeutung das Projekt für die Energiezukunft Österreichs hat.

Auf einen Blick

  • Wittau ist die größte Erdgasentdeckung Österreichs seit 40 Jahren und stärkt die heimische Energieversorgung sowie die langfristige Energiesicherheit des Landes. 
  • Das Projekt wurde in nur 12 Monaten von der endgültigen Investitionsentscheidung bis zur ersten Gasförderung umgesetzt. Die komplexe Realisierung umfasste die Verlegung einer bestehenden Gasaufbereitungsanlage sowie Bohrungen von nahezu fünf Kilometern Tiefe im Wiener Becken. 
  • In der ersten Phase werden 11 TWh Erdgas erschlossen, genug, um rund 100.000 Haushalte zehn Jahre lang mit Wärme zu versorgen. Das gesamte Vorkommen umfasst 48 TWh förderbare Ressourcen.
  • Auf dem Höhepunkt der Entwicklung wird Wittau den Anteil der in Österreich produzierten Erdgasmenge von 6,5 % auf 14 % erhöhen und damit die Abhängigkeit von Importen reduzieren. 

OMV hat mit der Gasförderung in Wittau begonnen, dem größten Gasfund in Österreich seit 40 Jahren. Dies ist ein bedeutender Meilenstein – nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die langfristige Versorgungssicherheit Österreichs.

Das Wittau-Projekt im Wiener Becken in Niederösterreich kommt zu einem Zeitpunkt, an dem eine zuverlässige heimische Energieversorgung wichtiger ist denn je. 

„Für unsere heimische Gasproduktion ist das ein echter Wendepunkt“, sagt Wolfgang Hirsch. Er hat das Projekt von der Entdeckung bis zum Förderbeginn begleitet.  

Dass nur 12 Monate nach der endgültigen Investitionsentscheidung das erste Gas gefördert wurde, macht den Erfolg so bemerkenswert. Möglich wurde dies durch die enge Zusammenarbeit eines erfahrenen Teams, umfassende technische Expertise und den Einsatz modernster Technologien. 

Wittau in Zahlen 

In der ersten Projektphase wird OMV 11 Terawattstunden (TWh) Gas fördern – genug, um etwa 100.000 Haushalte zehn Jahre lang mit Wärme zu versorgen. Mit dem Förderbeginn im zweiten Quartal 2026 schaffen wir zudem eine verlässliche Grundlage für die Gasversorgung im kommenden Winter. 

Doch das ist erst der Anfang. Wittau verfügt über förderbare Gasreserven von insgesamt 48 TWh. Das entspricht dem Wärmebedarf von 430.000 Haushalten über einen Zeitraum von zehn Jahren und stärkt die heimische Gasversorgung bis weit in die Zukunft.  

Bei vollständigem Ausbau wird der Anteil des in Österreich geförderten Erdgases voraussichtlich von 6,5 auf 14 Prozent steigen. Damit sinkt die Abhängigkeit von Importen und die Energiesouveränität und -sicherheit des Landes wird gestärkt. 

Von der Seismik bis zur Investitionsentscheidung 

Lange vor dem ersten Spatenstich führte OMV die bis dahin größte 3D-Seismik in der europäischen Geschichte durch. Über eine Fläche von 1.500 km² – vom Nordosten Wiens bis ins Weinviertel – lieferten die seismischen Untersuchungen neue Einblicke in den Untergrund. Dank modernster Verfahren konnten unsere Geolog:innen, die Strukturen detaillierter analysieren. Mit ihrer Erfahrung und dem im Unternehmen aufgebauten geologischen Wissen entdeckten sie in dem etablierten Gasfeld neue Potenziale. 

Die Ergebnisse der Untersuchungen führten uns schließlich nach Wittau, wo ein erfolgreicher Bohrtest ein großes Gasvorkommen bestätigte. Die Entwicklungsphase begann und Hirsch kam als Projektleiter hinzu. Die endgültige Investitionsentscheidung wurde im März 2025 getroffen, und die Förderung begann im Mai 2026. 

„Bei einem so komplexen Projekt ist ein Jahr extrem schnell“, betont Hirsch. „Vor allem mussten wir die richtigen Leute zur rechten Zeit an Bord holen.“ In dem Team arbeiteten Menschen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen zusammen: vom Bohrpersonal über Einkaufsexpert:innen bis hin zu Jurist:innen. Alle arbeiteten unter enormem Zeitdruck.  

Schwierigkeiten überwinden 

Das Wittau-Projekt brachte zwei sehr unterschiedliche Herausforderungen mit sich – eine über und eine unter der Erde.  

Um den engen Zeitplan bis zum Förderbeginn einhalten zu können, entschied das Team, keine neue Gasentwässerungsanlage zu bauen, sondern eine bereits existierende industrielle Anlage zu verlegen.

„Der sehr früh angesetzte Förderbeginn war ein wichtiger Antrieb“, so Hirsch. „Um den Zeitplan einzuhalten, entschieden wir uns schon früh für die Verlegung.“ 

Die Operation war technisch und logistisch hochkomplex. Denn um eine große industrielle Anlage zu verlegen, müssen schwere Maschinen Stück für Stück abgebaut, transportiert und am neuen Standort wieder aufgebaut werden. Zudem war die Anlage seit gut einem Jahrzehnt außer Betrieb und musste neu auf Sicherheit überprüft und zertifiziert werden.   

Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Unsere Fachleute kannten sich gut mit der Anlage aus und nahmen sie ohne Zwischenfälle wieder in Betrieb. Als die Entscheidung zur Verlegung getroffen wurde, konnten alle Teammitglieder auf jahrelange Erfahrungen zurückgreifen und dadurch Monate an Bauarbeiten einsparen.  

Die zweite Herausforderung war geologischer Natur: Es musste in einer Tiefe von fast 5.000 Metern senkrecht in die Erde gebohrt werden, und zwar durch Gesteinsformationen, in denen extreme Hitze- und Druckverhältnisse herrschten. Hier waren unsere Erfahrungen mit Tiefbohrungen im Wiener Becken eine große Hilfe. 1983 hatten wir dort bis zu 8.000 Meter tief gebohrt – damals ein europäischer Rekord.   

Die Kolleg:innen im OMV Tech Center & Lab analysierten während der Bohrungen die Gesteinsproben und halfen unserem Team, detailliertere Schlüsse zu ziehen und bessere Entscheidungen zu treffen. 

„Eine beeindruckende Teamleistung“ 

Alle Beteiligten waren über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten rund um die Uhr im Einsatz: Geolog:innen, Bohringenieur:innen und Lagerstättenexpert:innen brachten ihre unterschiedlichen Kompetenzen ein und setzten alles daran, auftretende Probleme sofort zu lösen und konsequent weiterzuarbeiten. Dass sie dieses komplexe Projekt innerhalb kurzer Zeit umsetzen konnten, ist auch dem geologischen Fachwissen und der Technikkompetenz zu verdanken, die OMV Österreich in den vergangenen 70 Jahren aufgebaut hat.  

„Ich bin sehr stolz auf alle, die an diesem Projekt mitgewirkt haben“, sagt Hirsch. „Der Erfolg ist das Ergebnis einer beeindruckenden Teamleistung, an der Kolleg:innen aus vielen Geschäftsbereichen beteiligt waren.“ 

Ein Projekt für Österreichs Energiezukunft 

Nach vollständiger Erschließung des Vorkommens wird Wittau die Erdgasproduktion von OMV in Österreich voraussichtlich verdoppeln. Unser Ziel ist es, das Potenzial des Gasfeldes verantwortungsvoll zu erschließen. 

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie anfällig internationale Energieversorgungsketten für geopolitische Entwicklungen sein können. Die Möglichkeit, mehr Gas im Inland zu fördern, gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung. 

Der jüngste Erdgasfund stärkt die heimische Versorgungssicherheit Österreichs nachhaltig. Das Gas wird den Ausbau der erneuerbaren Energien ergänzen, unser Energiesystem stabiler machen und eine verantwortungsvolle Energiewende ermöglichen. 

Mit insgesamt 48 TWh förderbaren Gasreserven steht die Entwicklung des Gasfeldes erst am Anfang. Das Potenzial von Wittau ist noch lange nicht ausgeschöpft.

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