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Borealis nimmt auf revolutionärer Qpinch-Technologie basierende Wärmerückgewinnungsanlage in Betrieb

  • Meilenstein durch Open Innovation-Kooperation senkt CO2-Emissionen und steigert Produktionseffizienz
  • Erster Einsatz der bahnbrechenden Qpinch-Technologie in Polyolefinanlage in kommerziellem Maßstab
  • Demoanlage in Antwerpen testet technische Möglichkeiten und Skalierungspotenzial für weiteren Betrieb und Technologien von Borealis​

Borealis gibt bekannt, dass im Rahmen der Open Innovation-Zusammenarbeit mit Qpinch, dem Entwickler einer revolutionären und patentierten Wärmerückgewinnungstechnologie, ein wichtiger Meilenstein erreicht werden konnte. Der erste Einsatz der einzigartigen Qpinch-Technologie im kommerziellen Maßstab wurde durch die technische Fertigstellung und Inbetriebnahme einer neuen Demonstrationsanlage ermöglicht. Die Wärmerückgewinnungsanlage, die am bestehenden Borealis-Produktionsstandort für Low Density Polyethylen (LDPE, Polyethylen mit geringer Dichte) im größten Chemiecluster Europas am Hafen von Antwerpen, Belgien, errichtet wurde, testet nun die technischen Möglichkeiten sowie das Skalierungspotenzial für Borealis‘ Anlagen an anderen Standorten. Diese Kooperation ist vor allem deshalb von großem Nutzen, weil Borealis dadurch große Fortschritte bei der Senkung der CO2-Emissionen erzielen und zugleich seine Produktionseffizienz steigern sowie hinsichtlich der Kosten konkurrenzfähig bleiben kann.

Nachahmung natürlicher Prozesse zur Rückgewinnung enormer Mengen industrieller Abwärme  

Die einzigartige und revolutionäre Qpinch-Technologie imitiert natürliche chemische Reaktionen, die im menschlichen Körper im sogenannten ATP/ADP-Zyklus stattfinden (wobei ATP für Adenosintriphosphat und ADP für Adenosindiphosphat steht). Mithilfe eines chemischen Verfahrens erhöht die Qpinch-Technologie die Abwärmetemperatur und schafft so einen Wärmehub für Abwärmetemparatur die sonst keine Verwendung finden würde. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wärmepumpen minimiert der geschlossene Prozess die Betriebskosten und den Stromverbrauch. Die Technologie ist von 1 bis 50 Megawatt (MW) skalierbar und somit in der Lage, enorme Mengen industrieller Abwärme zu verarbeiten.

Seit der Inbetriebnahme werden in der Wärmerückgewinnungsanlage die technischen Möglichkeiten sowie die Skalierbarkeit der Qpinch-Technologie getestet, um diese künftig auch weltweit in anderen Borealis-Produktionsanlagen sowie in Verbindung mit anderen Borealis-Technologien einzusetzen.

Der Betrieb dieser Wärmerückgewinnungsanlage ist eine von mehreren Initiativen, die Borealis seinem Energie- und Klimaziel näherbringen, bis zum Jahr 2030 20% energieeffizienter zu sein als 2015. Ein umfassenderer Einsatz der Qpinch-Technologie in ihren Produktionsanlagen würde der Borealis Gruppe wesentlich dabei helfen, die Nachhaltigkeit und Effizienz der betrieblichen Aktivitäten signifikant zu steigern. Schon allein durch die Wärmerückgewinnungsanlage in Zwijndrecht/Antwerpen spart Borealis rund 2.200 Tonnen CO2 pro Jahr ein, was den jährlichen Emissionen von ca. 1.500 PKW entspricht.

Qpinch, ein Spin-off der Universität Gent, positioniert seine patentierte Technologie als Lösung für schnellere und effizientere Emissionssenkungen in großem Maßstab, von der eine Vielzahl an Branchen, wie auch die chemische Industrie, profitieren sollen. Borealis und Qpinch, die seit 2018 zum Zwecke der offenen Innovation zusammenarbeiten, präsentieren mit dieser Anlage im kommerziellen Maßstab nun das Ergebnis ihrer Kooperation. Für Borealis ist dieses Projekt die Anwendung mit dem bislang größten Potenzial, die auf den Ergebnissen der offenen Innovation basiert. Aufgrund seines ökologischen Nutzens erhielt das Projekt darüber hinaus auch Fördermittel der flämischen Regierung.

„Das Leben verlangt Fortschritt. Diese Kooperation unterstreicht das enorme Potenzial von Open Innovation zwischen gleichgesinnten Technologiepionieren“, erklärt Erik Van Praet, Borealis Vice President Innovation & Technology. „Wir sind zuversichtlich, dass dieses Projekt nur der erste von vielen Erfolgen sein wird, die aus der Zusammenarbeit mit Qpinch resultieren. Für Borealis ist die Inbetriebnahme dieser Anlage ein wegweisender Erfolg auf unserer Mission, stets Neues zu erfinden, um unser Leben noch nachhaltiger zu machen.“

„Die Einbindung unserer Technologie in einen komplexen chemischen Produktionsprozess ist der Höhepunkt von zehn Jahren F&E und Teamwork“, bestätigt Wouter Ducheyne, Gründer, stellvertretender CEO und CTO von Qpinch. „Diese erste Anlage zeigt das enorme Potenzial in Bezug auf die Energieeffizienz, und es ist fantastisch, dass Borealis diese Innovationsreise als Vorreiter beschreitet!“