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Corona, die Raffinerie und ein Rechner auf neuen Pfaden

Die Digitalisierung hilft uns dabei, die Dinge auch in Zeiten von Corona am Laufen zu halten. Das gilt für das (Home-)Office genauso wie für ein so komplexes System wie eine Raffinerie: Wie ein Rechner dabei hilft, die Raffinerie Burghausen auf neue Marktanforderungen einzustellen.

Er war einer der ersten und ist aktuell einer der größten seiner Art: Seit seiner Inbetriebnahme 2008 tut der DMC-Regler (Dynamic Matrix Control) in der Raffinerie Burghausen seinen Dienst. Der Computerregler übernimmt da, wo die Aufgaben für die Menschen zu komplex werden. Zum Beispiel, wenn unzählige Parameter wie Mengen, Temperaturen, Ventile und Drücke gesteuert und optimiert werden müssen. Mit den Informationen von ca. 17.000 Sensoren schafft er das mittlerweile beinahe für sämtliche Anlagen der Raffinerie. Und zwar sicher, zuverlässig und (energie-)effizient. Seine komplexen Rechenleistungen übersetzt der Regler auch in Grafiken und Analysen, die den Kolleginnen und Kollegen aus der Raffinerie Burghausen einen detaillierten Überblick über das komplexe Zusammenspiel der einzelnen Anlagen in der Raffinerie verschaffen.

Team Mensch und Maschine

Markus Thoma aus der Planungs- & Optimierungsabteilung der Raffinerie ist gemeinsam mit zwei Kollegen dafür verantwortlich, dass der DMC-Regler in Burghausen immer auf die richtigen Parameter eingestellt ist. Er hat für die Arbeit des Reglers einen anschaulichen Vergleich: „Es ist wie bei den bereits weit entwickelten selbstfahrenden Autos der neuesten Generation. Irgendwann soll auch unsere Raffinerie vollautomatisch fahren, natürlich immer gesteuert und überwacht von einem Anlagenfahrer, dem Operator. So gesehen kommt unser Regler auf der Autobahn und der Landstraße schon sehr gut alleine zurecht“, erklärt er. Etwas anders sieht das im „Stadtverkehr“ aus – wenn zum Beispiel kurzfristig eine Pumpe ausfällt. Dann übernehmen die Kolleginnen und Kollegen und regeln die Einstellungen manuell. Oder dann, wenn eine Pandemie unsere Welt und das Marktumfeld ordentlich auf den Kopf stellt. In solch einem Fall zeigt sich nämlich, was mit einem optimalen Team aus Mensch und Maschine auch kurzfristig alles möglich ist.

(Kein) Kerosin auf Knopfdruck?

Von den Produkten, die in der Raffinerie Burghausen normalerweise aus Rohöl hergestellt werden – von Diesel bis hin zu petrochemischen Grundstoffen – wurde eines durch die Coronakrise plötzlich nicht mehr gebraucht: Die Nachfrage nach Kerosin brach innerhalb kürzester Zeit ein. Und das, wo die Raffinerie Burghausen sogar über eine direkte Pipelineverbindung zum Flughafen München verfügt. 

Weil man bei einem so komplexen System wie einer Raffinerie aber nicht einfach auf einen Knopf drückt, um die Herstellung einzelner Produkte zu stoppen, erlebte der DMC-Regler und mit ihm ein Team von rund zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein paar intensive Tage. Der Regler musste sozusagen von heute auf morgen die vertrauten Strecken verlassen und Neuland erkunden. Dabei kam er bisweilen an seine Grenzen.

Ohne den DMC-Regler hätten wir die Raffinerie in Zeiten von Corona niemals so schnell auf die neuen Marktbedingungen einstellen können.
Markus Thoma, Optimization & Scheduling, OMV Raffinerie Burghausen

Gesichtsmasken statt Flugbenzin

„Wir mussten den Regler so programmieren, dass wir aus dem Rohöl möglichst wenig Kerosin herausbekommen – das gab’s in dieser Form noch nicht. Normalerweise ist das Gegenteil der Fall“, sagt Markus Thoma. In den vergangenen Wochen wollte man dafür mehr Ethylen und Propylen – gewinnen, denn die Nachfrage nach den petrochemischen Grundstoffen, die zum Beispiel auch für Gesichtsmasken oder andere medizinische Produkte benötigt werden, blieb trotz der Coronakrise stabil.

Das Team drehte also an den unterschiedlichsten Stellschrauben um zum gewünschten Ergebnis zu kommen – und brauchte dabei einiges an Geduld: „Was sich ändert, sieht man in diesem hochkomplexen Anlagenverbund aus Kolonnen, Behältern und kilometerlangen Rohrleitungen nicht in der Sekunde, sondern erst nach einem Tag“, erklärt Markus Thoma. Die Zusammenarbeit im Team war da schon flotter. „Ich war überrascht, wie schnell und gut die Kommunikation zwischen den Leuten im Homeoffice, dem Anlagenpersonal vor Ort und in der Messwarte und unserer Partnerfirma per Video- und Telefonkonferenzen geklappt hat – auch wenn man sich nicht persönlich gegenüber steht. Vor fünf oder zehn Jahren wäre das wohl nicht möglich gewesen“, meint Markus Thoma.

Social Distancing an der Destillationskolonne

Schließlich gelang es dem Team, die Kerosinerzeugung bei gleichbleibender Rohölverarbeitung signifikant zu reduzieren. „Dank des neu eingestellten Reglers konnten wir den Raffineriebetrieb und die Energieversorgung weiterhin auf dem hohen Niveau halten“, sagt Markus Thoma. In der Raffinerie ist während Corona so viel Personal vor Ort, wie für einen bestimmungsgemäßen und reibungslosen Betrieb nötig ist – vor dem Hintergrund der gebotenen Abstandsregelungen aber auch so wenig als möglich. Das machte bestehende Arbeitsabläufe komplizierter, dazu kamen neue Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen und -prozesse. „Speziell in diesen Zeiten sieht man, wie wichtig die autonome Fahrweise der Anlagen mit den computergesteuerten Reglern ist, um das Team vor Ort zu unterstützen, damit sie sich auf andere Arbeiten konzentrieren können“, sagt Markus Thoma. Das trifft übrigens nicht nur für die Raffinerie Burghausen zu. In den OMV Raffinerien in Schwechat und Petrobrazi stand man in den letzten Wochen vor ähnlichen Herausforderungen, die mithilfe der dortigen DMC-Regler ebenfalls gut gemeistert werden konnten.

Keine Angst vor Digitalisierung

Raffinerien werden immer komplexer und größer und so hilft ein DMC-Regler dabei, die Produktion zu optimieren und möglichst effizient zu gestalten, so bringt der DMC-Regler in Burghausen zum Beispiel Energieeinsparungen in Millionenhöhe. Der DMC-Regler kann grundsätzlich vom jeweiligen Operator manuell ein- und ausgeschalten werden. Jede und jeder entscheidet selbst, ob die Anlagen gerade mit oder ohne Unterstützung des Reglers gesteuert werden sollen. „Am Anfang waren manche noch etwas skeptisch – der Regler hatte ja auch ein paar ‚Kinderkrankheiten’. Aber man muss für ein System einstehen und Know-how investieren, damit es klappt“, meint Markus Thoma.

Die letzten Wochen haben deutlich gemacht, wie sehr sich die Investition der letzten Jahre gelohnt hat. „Für mich hat sich gezeigt, dass nichts unmöglich ist“, meint Markus Thoma. „Man muss die Herausforderungen nur mit dem richtigen Konzept und als Team anpacken.“

 

Fakten & Zahlen

Der DMC-Regler im Überblick
Der DMC-Regler in der Raffinerie Burghausen war einer der ersten und weltweit größten seiner Art. Er erfasst rund 17.000 Prozessparameter und nutzt die Daten zur Überwachung und Steuerung der Anlagen. So werden Kapazitäten optimal ausgelastet, was die Wirtschaftlichkeit erhöht.

  • Erstinbetriebnahme: 2008
  • DMC System mit insgesamt 17 Reglern
  • Verarbeitet Daten von rund 17.000 Sensoren
  • steuert bis zu 5 Anlagen gleichzeitig (ca. 400 Regelgrößen und 200 Stellgrößen)
  • läuft über 15 Server
  • 95 %  der Zeit im autonomen Betrieb
  • Energieeinsparung in Millionenhöhe
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