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Für jedes Plastik das richtige Recyclingverfahren

Recycling ist nicht gleich Recycling. Während sich etwa für Lebensmittelverpackungen und Medizinprodukte das chemische Recycling bestens eignet, lassen sich viele Kunststoffe auch mit mechanischem Recycling wiederverwerten. Das gemeinsame Ziel aller Verfahren: Plastikmüll als wertvollen Rohstoff nutzen und Kunststoffe im Kreislauf halten - Stichwort Circular Economy. Was das Besondere am mechanischen Recycling ist und wie es funktioniert, erklärt uns Günter Stephan.

“Plastik ist zu wertvoll, um es nach der Verwendung wegzuwerfen. Also geben wir ihm ein zweites Leben“, sagt Günter Stephan, bei der OMV Tochtergesellschaft Borealis zuständig für mechanisches Plastik-Recycling. Borealis ist Vorreiter in dem Bereich. „Schon 2014 haben wir gemeinsam mit der Automobilindustrie damit begonnen, aus alten Stoßstangen recycelte Kunststoffen herzustellen, die dann wieder zu Stoßstangen verarbeitet wurden“, erinnert er sich. „Das Plastikmüllproblem ist aber vor allem ein Verpackungsproblem“, meint er. Aus dem Grund hat Borealis 2016 – übrigens als erster Kunststoffhersteller - in eine mechanische Recycling-Anlage investiert, die vor allem auch Plastikmüll aus Haushalten recycelt. Heute betreibt Borealis drei mechanische Recycling-Anlagen: mtm plastics, Ecoplast und eine Pilotanlage für innovative Sortierverfahren in Lahnstein, Deutschland.

Plastikmüll als Rohstoff: So funktioniert mechanisches Recycling

„Das Prinzip ist einfach: Der Müll wird sortiert, zerkleinert, gereinigt und zu kleinen Kügelchen geschmolzen, die dann wieder zu neuen Kunststoffen verarbeitet werden können“, fasst Günter Stephan zusammen. Die Praxis jedoch ist knifflig. „Haushaltsmüll ist schwieriger zu recyceln, weil er einerseits an vielen verschiedenen Orten anfällt, eben in den Haushalten, andererseits besteht der Müll aus unterschiedlichen Plastikarten wie PVC, PET, Polypropylen, Polyethylen und ist dann meist auch noch verschmutzt.“ Also ein großer logistischer Aufwand, aber herausfordernd wird es vor allem, wenn es um Sortierung und Reinigung geht.

#TEXT#Plastik ist zu wertvoll, um es nach der Verwendung wegzuwerfen. Also geben wir ihm in unseren mechanischen Recyclinganlagen ein zweites Leben und machen daraus neues Plastik.
Günter Stephan, Leitung Mechanisches Recycling, Borealis

Gut sortiert ist halb gewonnen

„Zuerst wird der Müll vorsortiert. Dazu gibt es verschiedene Verfahren. Metallteile werden etwa mit Magneten oder Induktionstechniken entfernt. Mit dem Sink-Schwimm-Verfahren kann man Kunststoffe nach ihrer Dichte trennen – leichtere Kunststoffarten schwimmen oben, schwerere sinken ab. Zum Einsatz kommen aber auch optische Verfahren, also Kameras oder Infrarotscanner“, so Günter Stephan. Die Sortierung ist beim mechanischen Recycling der springende Punkt, denn: „Beim mechanischen Recycling kommt das raus, was ich rein gebe, weil ich das Kunststoff-Molekül nicht verändere und damit auch die Eigenschaften und die Farbe nicht. Das ist wie bei einem Fleischwolf: Aus gemischtem Faschiertem kann ich kein reines Rinderfaschiertes machen“, lacht er.

Einmal waschen und trocknen bitte…

„Obwohl der Müll oft schon vorsortiert und mehr oder weniger sortenrein in die Recyclinganlage kommt, wird er bei uns nochmal getrennt, zum Beispiel nach Farbe. Vor dieser Sortierung wurde der Kunststoff schon grob zerkleinert, jetzt wird er weiter zerkleinert bzw. gemahlen, so kann er besser gereinigt werden“, erklärt er. Während des Waschganges werden Schmutz und Elemente wie Etiketten, Kleberreste und Fremdkunststoffe entfernt und im Anschluss wird der Kunststoff, der jetzt wie eine Art Brei aussieht, wieder getrocknet.

…dann ab in den Extruder

"Die getrockneten Kunststoffteilchen wandern anschließend in den Extruder - das Gerät schaut aus, wie eine Schnecke," erzählt Günter Stephan. Dort werden die Altkunststoffe bei Temperaturen zwischen 200 und 240 Grad Celsius zu Kunstoffpellets weiterverarbeitet. Das Ergebnis ist das so genannte Rezyklat - farblich sortierte Plastikpellets. Aus diesem Rezyklat können nun in weiterer Folge wieder verschiedenste hochwertige Kunststoffprodukte hergestellt werden. So schließt sich der Kreis und aus Altkunstoff wird neuer Kunststoff.

Mechanisches oder chemisches Plastik-Recycling? Die Kombi macht‘s

Als Hersteller von Polypropylen und Polyethylen hat sich Borealis auch im Recycling auf diese beiden Kunststoffarten spezialisiert. Grundsätzlich lassen sich nahezu alle Kunststoffarten mit mechanischem Recycling wiederverwerten „Ob chemisches oder mechanisches Recycling die bessere Wahl ist, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab“, erklärt Günter Stephan.

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Mechanisches Recycling ist eine erprobte Technologie, die im Vergleich zum chemischen Recycling relativ einfach eingesetzt werden kann, um aus einer Kunststoffart wieder die gleiche Kunststoffart zu erhalten. Das heißt, aus Polypropylen wird wieder Polypropylen, aus PET wieder PET, der Abfall muss sortenrein zur Verfügung stehen. Ein Vorteil vom mechanischen Plastik-Recycling ist, dass die ganze Energie, die schon in die Herstellung des Kunststoffes geflossen ist, erhalten bleibt, weil es ja nur gereinigt und aufgeschmolzen wird,“ erklärt er weiter. Das chemische Recycling hingegen verändert die chemische Struktur des Moleküls und macht aus dem Altkunststoff wieder synthetisches Öl. Das macht vor allem dort Sinn, wo das gewonnene Öl auch gleich wieder zu neuen Kunststoffen weiterverarbeitet werden kann – also in einer Raffinerie oder Petrochemieanlage“, führt Günter Stephan aus.

Theoretisch ließen sich Kunststoffe unendlich oft mechanisch recyceln. „Praktisch aber lassen sich die Abfallströme nur sehr schwer so gut sortieren. Vor allem in Bezug auf die Farbe kommt es mit der Zeit zu immer mehr Vermischungen. „Am Ende ist dann irgendwann alles grau“, so Günter Stephan. Kunststoffe, die nicht mehr sinnvoll mechanisch recycelt werden können, weil Hersteller und Konsumenten bei den Verpackungen auch Ansprüche an die Farben haben, können dann aber beispielsweise noch chemisch recycelt werden: „Da kann selbst aus Dunkelgrau wieder ein Hellgelb werden, wenn ich das will.“

Geht es um Lebensmittelverpackungen oder hygienische und medizinische Kunststoffprodukte, dann landet man gleich beim chemischen Recycling. „Während das Rezyklat aus mechanischem Recycling aufgrund der strengen Hygienevorschriften im Lebensmittel- und medizinischen Bereich nicht verwendet werden kann, ist im chemischen Recycling die Anwendungsbreite unendlich, weil ich aus dem synthetischen Öl eben wieder jeden anderen Kunststoff herstellen kann“, meint er. „Im mechanischen Recycling müssen wir mehr darauf achten, wo der Plastikmüll herkommt. Aus einem alten Farbeimer können wir unmöglich wieder eine Wurstverpackung machen.“

Deshalb braucht es im Sinne einer echten Kreislaufwirtschaft beides - chemisches und mechanisches Recycling, zwei Technologien die sich sehr gut ergänzen“, ist Günter Stephan überzeugt.

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