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CEO Alfred Stern über die OMV Strategie 2030

Lesezeit: 6 min

Am 16. März 2022 präsentierte die OMV ihre neue Strategie, die einen grundlegenden Wandel zu einem zirkulären Geschäftsmodell mit sich bringt. Wir haben OMV CEO Alfred Stern gebeten, mehr darüber zu erzählen.

Herr Stern, Sie haben vor wenigen Tagen die OMV Strategie 2030 präsentiert. Wie lautet mit ein paar Tagen Abstand Ihr erstes Résumé?

Ich glaube, dass wir mit der neuen Strategie alle gemeinsam einen wichtigen Schritt gesetzt haben, um der OMV eine langfristig sichere und erfolgreiche Zukunft zu geben. Wir setzen verstärkt auf die Produktion und den Verkauf nachhaltiger Kraftstoffe, Chemikalien und Materialien – mit Betonung auf „nachhaltig“: Bio-Kraftstoffe, erneuerbare und recycelte Kunststoffe und vor allem Kreislaufwirtschaft. Die Produktion von Öl- und Gas werden wir schrittweise zurückfahren und bis spätestens 2050 wird die OMV klimaneutral sein. Das ist ein großer Schritt – oder eigentlich sind es viele Schritte – und das bringt Veränderung mit sich. Aber ich weiß, dass wir mit unserer Erfahrung, unserer technologischen Kompetenz und unserer Innovationskraft alle Voraussetzungen erfüllen, um aus dieser Strategie eine Erfolgsgeschichte zu machen.

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Wir setzen verstärkt auf die Produktion und den Verkauf nachhaltiger Kraftstoffe, Chemikalien und Materialien – mit Betonung auf „nachhaltig“: Bio-Kraftstoffe, erneuerbare und recycelte Kunststoffe und vor allem Kreislaufwirtschaft. Die Produktion von Öl- und Gas werden wir schrittweise zurückfahren und bis spätestens 2050 wird die OMV klimaneutral sein.
Alfred Stern, CEO OMV Aktiengesellschaft

Klimaneutral bis 2050 – ist das nicht zu langsam?

Schneller ist einfach nicht realistisch. Der weltweite Energiebedarf wird heute noch immer zu rund 80 Prozent aus fossilen Energieträgern gedeckt. Hier kann man nicht einfach den Schalter umlegen. Einen Ausstieg muss man sorgfältig planen und Schritt für Schritt umsetzen. Denn würde man dem Markt mit einem Schlag große Energiemengen entziehen, ohne sie durch andere Quellen ersetzen zu können, führt das nicht nur zu einer Versorgungskrise, sondern auch zu einem Anstieg der Energiepreise. Und das hätte unabsehbare Folgen für die Weltwirtschaft und damit auch für die Menschen.

Welche Aspekte der OMV Strategie 2030 halten Sie für die wichtigsten?

Eine sorgfältig erarbeitete Strategie berücksichtigt viele komplexe Zusammenhänge. Aber der wesentlichste Punkt in unserer Strategie ist, dass wir Nachhaltigkeit ins Zentrum gestellt haben. Wir verstehen die Herausforderungen des Klimawandels und der Energiewende als Chance und werden die OMV in eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft führen, indem wir mit Lösungen beitragen. Wir machen bis 2050 nicht nur unseren kompletten Betrieb, sondern auch unser Produktportfolio klimaneutral. Das drückt auch unser Anspruch „Re-inventing essentials for sustainable living“ aus – wir wollen Grundlagen für ein nachhaltiges Leben „neu erfinden“. Immer mehr Menschen haben einen steigenden Bedarf an Kunststoffprodukten, an Mobilität und insgesamt an Lebensqualität. Wir liefern die Produkte und Lösungen, die es ermöglichen, diesen Bedarf auch auf nachhaltige Weise zu befriedigen.

Manche hinterfragen, warum die meisten Öl- und Gasunternehmen einen strategischen Wechsel zu alternativen Energien ankündigen, die OMV aber einen ganz anderen Weg geht, nämlich in Richtung Chemie. Warum?

Die Chemie liegt in der DNA der OMV, wir verfügen über enormes Know-how das uns einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Unsere Strategie 2030 bildet exakt ab, wo die Kernkompetenzen der OMV liegen und wie wir damit bestmöglich zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen können. Wir können auf einer starken Basis aufbauen, wir gehören zu den Top 10 Kunststoffproduzenten weltweit und verfügen mit unseren 4 Innovationszentren und 10.000 Patenten über eine unglaubliche Innovationskraft. Darüber hinaus haben wir hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und exzellente Expertise über Kohlenwasserstoffe und Raffinerieprozesse.

Raus aus Öl, rein in den Kunststoff. Das verwandelt die OMV doch noch nicht in ein nachhaltigeres Unternehmen.

Der Wandel kommt durch die Umstellung unserer Wertschöpfungskette, weg von einem linearen Geschäftsmodell, hin zur Kreislaufwirtschaft. Kohlenwasserstoffe sind wertvolle Rohstoffe, und das Ziel muss es sein, sie im Kreislauf zu halten. Das heißt, statt Produzieren - Konsumieren - Entsorgen zum Recycling, der Wiederverwendung. Wir setzen an vielen Stellen gleichzeitig an. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir, statt Plastikmüll zu verbrennen oder zu deponieren, diesen in unseren chemischen und mechanischen Recyclinganlagen wieder in Ausgangsstoffe für die Kunststoffherstellung umwandeln. Dazu haben wir einzigartige Technologien im Unternehmen, mit unserem ReOil Verfahren beispielsweise sind wir Vorreiter im Bereich chemisches Kunststoffrecycling. Das C2PAT Projekt geht noch einen Schritt weiter. Es ist ein branchenübergreifendes Gemeinschaftsprojekt von OMV, Lafarge, Verbund und Borealis, das sich die CO2-Abscheidung und -Verwendung zunutze macht, um CO2 als Rohstoff für die Kunststoffproduktion zu verwerten. Bis 2030 sollen insgesamt bis zu 40 Prozent unserer Kunststoffproduktion in Europa aus erneuerbaren oder nachhaltigen Rohstoffen erzeugt werden.

Ein traditionelles Öl- und Gasunternehmen, das sich von Öl und Gas verabschiedet – darf das auch schmerzen?

Es darf, aber ich glaube es muss nicht. Ja, wir werden das traditionelle Öl- und Gasgeschäft zurückfahren. Aber Tradition bedeutet ja bekanntlich das Weitertragen des Feuers. Genau das werden wir tun, und zwar ganz besonders in diesem Bereich, in Exploration & Production: Wir werden unsere Anlagen, aber auch unsere technische Expertise nutzen, um uns in Richtung CO2-arme Technologien weiterzuentwickeln, zum Beispiel Geothermie und Carbon Capture & Storage, also die unterirdische Speicherung von CO2. Darüber hinaus werden wir für den Eigenbedarf auch Solar- und Windstrom-Projekte umsetzen.

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Was wird über die langfristig erfolgreiche Umsetzung der OMV Strategie 2030 entscheiden?

In erster Linie wird natürlich unsere Fähigkeit als Unternehmen entscheidend sein, diese Strategie Realität werden zu lassen. Wie gesagt bin ich überzeugt, dass wir hier erstklassig aufgestellt sind. Wir haben viele Jahrzehnte an Erfahrung, äußerst kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wir sind weltweit aktiv, bieten in vielen Marktsegmenten die besten Produkte und haben erstklassige Partnerunternehmen. Das ist eine sehr gute Basis für unser Vorhaben, bis 2030 zu einem führenden Anbieter nachhaltiger Kraftstoffe, Chemikalien und Materialien zu werden und unsere Wertschöpfungskette auf Kreislaufwirtschaft umzustellen. Wichtig wird sein, dass wir unsere Ziele konsequent verfolgen und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen weiter vertiefen, weil es gilt, gemeinsam alle verfügbaren Potenziale zu nützen.

Welche externen Voraussetzungen erachten Sie als wesentlich?

Eine Strategie kann man nicht entkoppelt von politischen Rahmenbedingungen und Marktumfeld entwickeln. Gerade im Bereich Klimaschutz wird es auch entsprechender regulatorischer Rahmenbedingungen bedürfen, um neue Technologien rechtzeitig weiterzubringen. Stichwort Carbon Capture & Storage, eine der zurzeit besten Technologien zur Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen, für die es aber in manchen Ländern noch keine gesetzliche Grundlage gibt. Wichtig wird aber auch sein, dass sich die gesamtgesellschaftlichen Denk- und Handlungsweisen entsprechend verändern. Wir müssen auch mehr auf Zusammenarbeit setzen. Innerhalb der Wirtschaft, also Partnerunternehmen und anderen Branchenteilnehmerinnen und -teilnehmern, aber auch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Und wir müssen gewährleisten, dass es ausreichend Nachfrage nach nachhaltigen Produkten gibt, denn wenn nachhaltige Produkte und Lösungen nicht angenommen werden, dann macht es langfristig auch keinen Sinn, diese anzubieten. 

Mehr Information: OMV Strategie 2030: From Value Chain to Value Circle
Presseaussendung: OMV Strategie 2030: Grundlegender Wandel vom linearen zum zirkulären Geschäftsmodell

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