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Plastik-Recycling weitergedacht: Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffen

Fluch und Segen: Während wir die Vielseitigkeit und Langlebigkeit von Kunststoff schätzen, stellen uns genau diese Eigenschaften beim Recycling vor einige Herausforderungen. Anna Platzer und Zerah Ali beschäftigen sich mit Recyclingverfahren und erklären, was es für effizientes Kunststoff-Recycling im Sinne einer Kreislaufwirtschaft wirklich braucht.

Von “Take, Make and Waste” zu “Reduce, Reuse, Recycle”

„Seit langer Zeit ist unsere Wirtschaft geprägt von einem linearen Ansatz, bei dem Rohstoffe hergestellt, weiterverarbeitet und nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden. Die Zukunft braucht allerdings eine Kreislaufwirtschaft, in der wir unsere Produkte wiederverwenden und am Ende der Lebensdauer effizient recyceln. Und das gilt auch für Plastik“, so Anna Platzer, OMV Expertin zum Thema Kunststoffrecycling. Das Thema ist nicht neu, aber es gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Fahrt.

Kunststoffe werden uns noch sehr lange begleiten. Sie sind ein vielseitiges und vergleichsweise günstiges Material. Daher ist es umso wichtiger, sie wiederzuverwenden und effizient zu recyclen - und niemals zu verschwenden.
Anna Platzer, Projektleitung Plastic-to-Plastic, OMV Downstream GmbH

Experten rechnen vor, dass sich der Kunststoffbedarf in den letzten 50 Jahren verzwanzigfacht hat und in den nächsten 20 Jahren noch etwa verdoppeln wird. Kein Wunder: Kunststoffe bieten in vielen Bereichen Vorteile, einfach weil sie so vielseitig sind. Es gibt hunderte verschiedene Kunststoffe, die meisten davon werden allerdings nur in wenigen Spezialanwendungen als Sonderkunststoffe genutzt. Der Großteil der weltweit hergestellten Plastikprodukte hingegen – nämlich etwa 90% - wird aus nur sechs verschiedenen Massenkunststoffen erzeugt (siehe Kasten). Diese Vielfalt an unterschiedlichen Plastikarten macht aber auch das Recycling aufwendiger als etwa bei Glas oder Papier. „Beim Kunststoffrecycling gibt es keine Einheitslösung. Kunststoffe sind außerdem sehr langlebig, was leider auch den Plastikmüll langlebig macht“, meint Zehra Ali, verantwortlich für Circular Economy Solutions bei der OMV Tochtergesellschaft Borealis: „Als Kunststoffhersteller haben wir Verantwortung auch am Ende der Wertschöpfungskette. Wie können wir die vielen verschiedenen Kunststoffe möglichst effizient recyceln und damit zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft im Kunststoffbereich beitragen?“.

Wie Yin & Yang: Mechanisches und chemisches Kunststoff-Recycling

Im Wesentlichen gibt es zwei unterschiedliche Herangehensweisen, um die verschiedenen Plastikarten zu recyceln: Beim mechanischen Recycling wird der Kunststoff gereinigt, mechanisch zerkleinert, aufgeschmolzen und zu Kunststoffgranulat verarbeitet. Daraus können wieder dieselben Produkte hergestellt werden, z.B. Waschmittelflaschen werden wieder zu Waschmittelflaschen. Die chemische Struktur der Kunststoffe wird nicht verändert, weshalb auch das Ausgangsmaterial sortenrein verfügbar sein muss und etwa auch nach Farben sortiert wird. Borealis betreibt drei mechanische Recycling-Anlagen: Ecoplast, mtm plastics und eine Pilotanlage in Lahnstein, Deutschland. Bei „Mischplastik“ hingegen, wenn also mehrere verschiedene Kunststoffe in einem Produkt verarbeitet sind, kommt das chemische Recycling zum Einsatz. Beispielsweise in der OMV ReOil-Anlage in der Raffinerie Schwechat. Dabei verändert man die chemische Zusammensetzung der Kunststoffe und erzeugt so aus Altkunststoff wieder (synthetisches) Rohöl, aus dem wiederum jegliche Kunststoffarten und Produkte hergestellt werden können. So wird aus Plastikmüll ein wertvoller Rohstoff. 

Nach dem Recycling ist vor dem Recycling

Für die Konsumentinnen und Konsumenten ist es oft schwer „das Richtige zu tun“: Wie entsorge ich meine Kunststoffe fachgerecht? Ist Bio-Plastik besser für die Umwelt? Worauf soll ich schon beim Kaufen achten? Es gibt viel zu bedenken. So sind etwa aus recyceltem Material hergestellte Kunststoffe einerseits eine gute Sache, andererseits sagt es nichts darüber aus, ob sie auch nach der Verwendung wieder gut zu recyceln sind. Auch der Begriff Bio-Plastik ist nicht eindeutig: Kunststoffe aus nachwachsenden Ressourcen sind nicht automatisch biologisch abbaubar. „Deshalb sollte man sich als Konsumentin bzw. Konsument schon beim Kauf die Frage stellen, worauf man achten kann bzw. möchte. Und auch bei der folgenden Entsorgung ist es nicht immer einfach, den Überblick zu behalten, wenn man vor den verschiedenen Mülltonnen steht. Einfach in den Restmüll werfen, ohne auf die Trennung zu achten, ist die schlechteste Lösung, denn unser Abfall wird immer mehr zu einem wertvollen Rohstoff. Die leider verbreitete Meinung, dass am Ende wieder alles zusammengeschüttet wird, ist falsch. Es gilt, sich gut über die lokalen Entsorgungsrichtlinien zu informieren, denn diese können sehr unterschiedlich sein.

Damit Kreislaufwirtschaft im Kunststoffbereich funktionieren kann, müssen wir schon in der Erzeugung des Rohstoffes darauf achten, dass sich die Endprodukte wiederverwenden und einfach recyceln lassen.
Zehra Ali, Circular Economy Lösungen, Borealis

Von Anfang an in Kreisläufen denken

„Damit Kreislaufwirtschaft funktioniert, muss bereits bei der Herstellung der Produkte angesetzt werden“, klärt Zehra Ali auf. „Wenn alle Partner in der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten, kreieren wir einen enormen Mehrwert für Umwelt und Wirtschaft“, ist sie sich sicher. Mit dem Borealis Verhaltenskodex “Design für Recycling” können Produktdesigner das Fachwissen entlang der gesamten Wertschöpfungskette nutzen, um recyclingfreundliche Verpackungen zu entwerfen. Wussten Sie etwa, dass manche Etiketten auf der Verpackung oder auch die Farbe des Kunststoffs das Recycling erschweren?

Um diesen Wissensaustausch stärker zu forcieren, hat Borealis auch die Initiative “Everminds” ins Leben gerufen, die neue Projekte, Technologien und Kooperationen zur Circular Economy bei Kunststoffen fördert. In einem solchen Projekt arbeiten beispielsweise rund 80 Unternehmen gemeinsam an einem neuen Standard für Plastikverpackungen, die über so genannte digitale Wasserzeichen leichter zu sortieren und damit besser zu recyceln sind.

Denn neben den Konsumentinnen und Konsumenten ist auch die gesamte Produktionskette in der Verantwortung.

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