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OMV erhöht ihren Anteil an Borealis auf 75%

Am 12. März 2020 unterzeichnete die OMV eine Vereinbarung zur Aufstockung ihrer Beteiligung an Borealis auf 75%. Im folgenden Interview erzählt unser CEO Rainer Seele von den Hintergründen dieses Deals.

Herr Seele, Sie haben kürzlich die größte Transaktion in der OMV Geschichte unterzeichnet: Die Aufstockung des OMV Anteiles am Petrochemie-Unternehmen Borealis auf 75%. 
Ja, das war für die OMV ein Tag der großen Freude. Die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an Borealis ist für die OMV ein echter Game-Changer. Damit leiten wir eine Transformation ein: Aus der OMV wird ein globaler Gas-, Öl- und Chemie-Konzern dessen Wertschöpfungskette vom Bohrloch über die Verarbeitungen in den Raffinerien bis zu hochwertigen Kunststoffen reicht. 

Warum dieser Schritt?
Wir stellen damit die Weichen für eine CO2-ärmere Zukunft. Wir werden Öl weniger verbrennen, sondern stattdessen zu Produkten mit längerer Lebensdauer veredeln. Wir verschieben unser Portfolio weg vom Benzin, hin zur Kunststoffproduktion. Es geht hier nicht um das Plastiksackerl, sondern um hochwertige Kunststoffe, die man zum Beispiel auch in der Elektromobilität benötigt, nämlich, um mit leichteren Materialien größere Reichweite zu erreichen. Wir werden uns also zunehmend auf Produkte konzentrieren, die auch in einer weitgehend dekarbonisierten Welt nachgefragt werden und notwendig sind – für Verpackungen, Solarpanele und Windräder, für Medizinprodukte, Smartphones und Computer. Hochwertige Kunststoffe werden auch in Zukunft eine zentrale Rolle in unserem täglichen Leben spielen.

Mit der Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an Borealis leiten wir eine Transformation ein: Aus der OMV wird ein globaler Gas-, Öl- und Chemie-Konzern, dessen Wertschöpfungskette bis zu hochwertigen Kunststoffen reicht. Wir stellen damit die Weichen für eine CO2-ärmere Zukunft.
Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender und CEO, OMV Aktiengesellschaft

Was macht das Unternehmen Borealis für die OMV so besonders?
Borealis ist in über 120 Ländern aktiv und hat weltweit mehr als 6.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und wir freuen uns, sie alle in der OMV willkommen zu heißen. Das Besondere an diesem Unternehmen ist aber vor allem ihre hohe Innovationskraft. Fast 10.000 angemeldete Patente und mehr als 500 Personen in der Forschung & Entwicklung sind ein lebendiger und eindrucksvoller Beweis dafür.

Und was war die strategische Überlegung hinter diesem Deal? 
Durch die Integration von Borealis kann die OMV ihre Ethylen- und Propylen-Produktion um mehr als 50 Prozent erhöhen und wird damit europaweit auf Platz 1 liegen. Ähnliches gilt für das Polyolefine-Geschäft. OMV und Borealis gemeinsam werden so zu einem der wichtigsten Zulieferer für petrochemische Vorprodukte. 

Darüber hinaus bietet die verlängerte Wertschöpfungskette mehr Möglichkeiten für unternehmerische Gestaltung. So können wir Produktionskapazitäten entlang der Wertschöpfungskette verschieben und beispielsweise eine mittelfristig rückläufige Kraftstoffproduktion durch größere Mengen an petrochemischen Produkten kompensieren. Wir sehen, dass die Produkte von Borealis eine sehr gute Zukunftsperspektive haben mit Wachstumsraten von jährlich gut 4%. Das wirkt als natürlicher Hedge in unserem sehr volatilen Marktumfeld mit sich ständig verändernden Rohstoff- und Produktmargen.
 

Borealis ist aber nicht nur führend in der Polymer-Produktion, sondern auch im sehr aktiv im Kunststoff Recycling.
Ja, OMV und Borealis haben beide bereits früh die künftige Bedeutung der Kreislaufwirtschaft erkannt. Borealis ist mit mtm plastics in Deutschland und Ecoplast in Österreich bereits an zwei Recycling-Unternehmen beteiligt. Außerdem hat sie das Projekt „Stop“ mitbegründet, das in Südostasien mit Städten zusammenarbeitet, um kosteneffiziente und kreislauforientierte Abfallmanagementsysteme zu implementieren und so die Verschmutzung der Meere einzudämmen. Die OMV wiederum leistet mit ihrem Pilotprojekt ReOil  Pionierarbeit in der industriellen Weiterverarbeitung von Plastikabfällen zu Rohöl. Unser Ziel, in Zukunft weniger Öl zu verbrennen, sondern zu hochwertigen Produkten zu veredeln und sie wiederzuverwerten, nimmt dadurch klare Konturen an. Gemeinsam mit Borealis wollen wir eines der führenden Unternehmen in der Recycling-Wirtschaft werden.
 

Um den Kaufpreis von 4,12 Milliarden Euro zu finanzieren, hat die OMV ein Verkaufsprogramm angekündigt. Was ist hier geplant?
Zwei Entscheidungen haben wir bereits betroffen. Wir wollen unseren 51%-Anteil an der Gas Connect Austria verkaufen. Damit folgen wir unserer Strategie aus dem regulierten Geschäft auszusteigen. Durch die Regulierung ist das Geschäft wirtschaftlich wenig attraktiv. Außerdem wollen wir unser Tankstellengeschäft in Deutschland verkaufen. Das ist für den einen oder anderen vielleicht überraschend, hat aber einen ganz einfachen Grund: Wir haben unsere Raffinerie in Burghausen in den letzten Jahren stark auf die Produktion von Kerosin und Petrochemie ausgerichtet. Das heißt im Umkehrschluss, unsere Tankstellen in Deutschland sind als Absatzkanal für die Raffinerie Burghausen nicht nötig. Unserem integrierten Geschäftsmodell zu Folge lag die Entscheidung zum Verkauf des Tankstellennetzes in Deutschland damit auf der Hand. 

Das heißt, es kommen spannende Zeiten auf die OMV zu. 
Tatsächlich ist dieser Deal eine strategische Weichenstellung: In der OMV beginnt nun ein Transformationsprozess, der aus dem heutigen Öl- und Gasunternehmen morgen einen Gas-, Öl- und Chemie-Konzern macht, der noch übermorgen erfolgreich sein wird. Der OMV Konzern steht mit Borealis für Wachstum, Wert und Nachhaltigkeit und die Freude darüber, dass ein so hervorragendes Unternehmen wie Borealis zu einem Kernstück der OMV Gruppe wird, ist groß.

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