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High & Heavy: eine Entschwefelungskolonne auf Reisen

Nur etwa alle zehn Jahre kommt es vor, dass eine Kolonne dieser Größe auf Österreichs Straßen unterwegs ist. Für einen solchen Schwertransport braucht es vor allem: Kraft, Zeit und gute Planung.

Ein Transport der besonderen Art

Normalerweise ist der Industriehafen Albern im Südosten Wiens fast menschenleer. Nicht so an diesem Mittwochvormittag im Juni. Über 100 Personen stehen am Donauufer und zücken ihre Handykameras, Journalistinnen und Journalisten suchen sich gute Aussichtspukte, auf einem Plateau in etwa 40m Höhe steht ein Filmteam. Der Grund für diese Aufregung befindet sich in einem Frachtkahn: eine 25 Meter lange, 382 Tonnen schwere, röhrenförmige Entschwefelungskolonne. Sie war zuvor von der Firma MAN aus Deggendorf, Bayern, gefertigt und dann auf der Donau bis nach Wien transportiert worden und wartet nun auf ihre Weiterfahrt. Am Ende der Reise wird sie in der OMV Raffinerie in Schwechat stehen, um dort Kraftstoffe zu entschwefeln – eine Umweltschutzmaßnahme zur Senkung verkehrsbedingter Emissionen.

Lange Vorbereitungen und absolute Kleinstarbeit

Nicht nur für die OMV ist die Ankunft dieser Kolonne von großer Bedeutung. Es ist auch der erste sogenannte High&Heavy-Transport, der im neuen Schwergutzentrum des Hafens Wien in Kooperation mit der Transportfirma Felbermayr durchgeführt wird. Umso umfangreicher war die Planung: „Wir haben uns seit 2013 auf dieses Projekt vorbereitet“, sagt Christian Jüttner, Engineering Manager in der Raffinerie Schwechat. Obwohl das Ziel des Transports vom Hafen Albern nur ein paar Minuten entfernt liegt, wird die tonnenschwere Kolonne auf einem elf Kilometer langen Umweg in die OMV Raffinerie gebracht. Denn auf direktem Weg liegt eine Brücke über die Autobahn, die dem Gewicht des Schwertransports – vergleichbar mit einem vollbeladenen Airbus A380 – nicht standhalten würde, erklärt Christian Jüttner. Und so beginnt an diesem Mittwochvormittag ein Großereignis auf Österreichs Straßen, das mehrere Tage andauern wird. Die Kolonne wird für den Transport noch auf einen Tieflader verfrachtet. „Die Kolonne muss für den späteren Transport optimal aufgelegt werden, das ist absolute Kleinstarbeit“, so Christian Jüttner. Danach ist für diesen Tag erst mal Schluss.

So ein Kolonnentransport ist Teamarbeit: Mit Metallplatten werden enge Kurven breiter gemacht, Autobahnsperren werden verhängt und Brücken müssen verstärkt werden – all das muss man sich im Vorfeld überlegen. Und das kann man natürlich nur in Zusammenarbeit mit der Polizei, der Asfinag und den Bezirkshauptmannschaften durchführen.
Christian Jüttner, Engineering Manager, OMV Raffinerie Schwechat


Nachtschicht

Weiter geht es erst ein paar Tage später – und das aus gutem Grund: Da der Transport von nun an auf der Straße passiert, sind jede Menge Sondermaßnahmen nötig. Christian Jüttner: „Um möglichst wenig Stau zu verursachen, wird der Transport am Wochenende und in der Nacht durchgeführt.“ Um Punkt 22:00 Uhr setzt sich der Tross Samstagabend in Bewegung. Vor und hinter dem Transportfahrzeug kündigen zwei Autos mit rot leuchtenden Warnschildern den Sondertransport an. Dahinter folgen Polizeiautos, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV und der Firma Felbermayr sowie Presseleute. Auch viele Schaulustige fahren dem Transport ein Stück nach oder gehen einfach zu Fuß mit, denn alles passiert im Schritttempo.

Auf der Zielgeraden

Blinkend, piepsend und brummend erreicht die Entschwefelungskolonne um etwa 22:30 Uhr Mannswörth. Um Platz für sie zu schaffen, wurden im Ortsgebiet Straßenschilder entfernt, bei Bäumen behindernde Äste entfernt und Laternen auf die Seite gedreht. Ein Kran hebt sogar zu tief hängende Stromkabel in die Höhe, damit die Kolonne unter ihnen durchfahren kann. Von der Autobahnauffahrt sind es nur wenige Kilometer bis zum Osttor der Raffinerie, aber die haben es in sich: Nach kurzer Strecke wechselt der Transport auf die Gegenfahrbahn, um als „Geisterfahrer“ weiterzufahren, dafür wurden eigens die Leitschienen temporär abgebaut. Auch ein elektronisches Verkehrszeichen stellt ein Hindernis dar. Ein Kran hebt schließlich diese Brücke hoch, die Kolonne kann passieren. Um etwa 2:00 Uhr früh fährt der Transport durch die Einfahrt der Raffinerie, um dann vorläufig stehen zu bleiben.

Bis 9:00 Uhr früh. Wieder ist der nächste Streckenabschnitt kurz, aber voller Hürden. Zusammen mit dem Tieflader ist die liegende Kolonne 7m hoch. Zu hoch für eine Rohrleitungstrasse, unter die der Transport durch muss. Sie wird daher der Länge nach auf spezielle Schienen gelegt und Stück für Stück unter der Trasse durchgezogen. Etwa 20 Männer sind damit beschäftigt, sie immer wieder in die richtige Position zu bringen. Bis zum Abend dauert es, bis die Kolonne ihr nächstes Ziel erreicht. Dann wird abermals eine Pause eingelegt.

Millimeterarbeit

Die letzte Herausforderung wird ein paar Tage später als geplant in Angriff genommen: Wegen Schlechtwetters muss das Aufstellen des Stahlriesen in der Raffinerie verschoben werden, denn das erfordert Millimeterarbeit und viel Geduld. Wind würde den Hub schlichtweg unmöglich machen. Ein spezieller selbstfahrender Tieflader mit einer Kippvorrichtung bringt die Kolonne in Position, bis das sogenannte Towerliftsystem greift. Langsam wird die Kolonne angehoben, wie eine riesige Wasserflasche hängt sie nun in der Luft und nur unmerklich verschiebt sie der Portalkran auf ihren Platz, wo sie schließlich eingerichtet, auf dem Fundament abgestellt und mit großen Schrauben fixiert wird. Allgemeine Erleichterung: die Entschwefelungskolonne steht.

Nun heißt es für die Kolonne wieder: warten. Die Vorbereitungen für die Einbindung in das Raffineriesystem werden etwa ein halbes Jahr dauern. Endgültig in Betrieb genommen wird sie im April 2016 im Rahmen eines routinemäßigen Anlagestopps, um den laufenden Betrieb nicht zu unterbrechen.

Weitere Fakten

  • Wozu wird diese Kolonne eingesetzt?
    Die Kolonne dient der Entschwefelung der Ausgangsprodukte für Diesel und Kerosin und ist somit eine wichtige Umweltschutzmaßnahme zur Senkung verkehrsbedingter Emissionen. Schwefel im Treibstoff würde die Umwelt belasten und die Automotoren verschmutzen. Bereits seit 2004 erzeugt die Raffinerie Schwechat ausschließlich schwefelfreie Treibstoffe.
  • Wie genau arbeitet die Entschwefelungskolonne?
    Die Entschwefelung ist ein wichtiger Schritt in der Rohölverarbeitung. Benzin, Petroleum sowie Gasöl werden bei einem Druck bis 80 Bar gemeinsam mit Wasserstoff bei Temperaturen bis 435 Grad Celsius vom Schwefel befreit.
  • Was passiert eigentlich in der Raffinerie Schwechat?
    Die Raffinerie Schwechat gehört zu den größten, modernsten und komplexesten Binnen-Raffinerien Europas. Sie hat eine Kapazität von 9,6 Millionen Tonnen und deckt rund die Hälfte des Bedarfs an Mineralölprodukten in Österreich. Mehr als 42.000 Haushalte und der Flughafen Schwechat werden aus Schwechat mit Fernwärme versorgt. Zum Flughafen hin führt auch eine eigene Pipeline, die Flugzeuge mit Kerosin versorgt. Auch angrenzende Länder werden von Schwechat aus mit verschiedenen Produkten beliefert.
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